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Das Reitabzeichen
Die Planung stand für die jungen Reiter seit langem fest - jetzt
sollte endlich das Reitabzeichen in Angriff genommen werden.
Am Morgen stand für die Reitabzeichenteilnehmer die erste
Springstunde auf dem Programm. Zu diesem Zweck hatte Gerhard die
Reiter in verschiedene Gruppen aufgeteilt, denn zehn Reiter und Pferde,
die gleichzeitig auf dem Springplatz herumritten, fand er
entschieden zuviel. Danny, Thorsten, Mandy und Annika waren in der
ersten Gruppe eingeteilt, Fred, ein jüngeres Mädchen und zwei
Erwachsene in der zweiten. Fred und Silke waren mit der
Reiterpassgruppe ausreiten gegangen. Auch heute führte Marianne
den Ausritt an.
Zum Springen hatte jeder Reiter dasselbe Pferd zugeteilt bekommen
wie tags zuvor für die Nachmittagsstunde. Als die erste Gruppe auf
den neben der Halle gelegenen Springplatz ritt, hatte der
Reitlehrer schon einen Parcours aufgebaut, der aus acht
verschiedenen Hindernissen bestand.
Mandy blickte zum Zaun. Eine ganze Gruppe Mädchen hatte sich als
Zuschauer eingefunden. Als die Pferde ausreichend warm geritten
und jeder auch einige Runden galoppiert war, rief Gerhard die
Reiter zu sich.
"Ihr springt jedes Hindernis einmal einzeln, danach versuchen wir
es mit dem ganzen Parcours."
Das schaffe ich nie, dachte Mandy verzweifelt. Sie war bisher nur
einzelne Hindernisse gesprungen, und auch das nur ab und zu. Heute
schon den ganzen Parcours zu springen traute sie sich auf keinen
Fall zu! Auch die anderen hatten angenommen, dass in den
Springstunden ganz langsam angefangen werden würde, mit über
Cavalettis Traben, Übungen zum leichten Sitz, eben den Grundlagen.
Dass es gleich so zur Sache ginge, hatte niemand erwartet. Gerhard
schien ihre Gedanken zu erraten. "Voraussichtlich habt ihr heute,
morgen und am Donnerstag je eine Springstunde. Am Samstag ist
schon die Prüfung. Deshalb müssen wir schon etwas zügig an die
Sache rangehen, wenn bis dorthin alles klappen soll." Er blickte
auf die besorgten Gesichter. "So schwer ist der Parcours nicht,
ihr werdet schon sehen. Also los, geht´s, Annika fängt an. Das
hier ist das erste Hindernis." Er deutete auf ein aus zwei
rotweißen Stangen bestehendes, etwa sechzig Zentimeter hohes
Hindernis. Sogar Mandy fand, dass es harmlos aussah. "Hier drüben
ist der Start, bei dem weißen Schild, Annika. Du trabst am
Startschild vorbei, galoppierst in der Ecke an und reitest
möglichst gerade auf das Hindernis zu." Annikas Sprung gelang
vorzüglich. Auch Thorsten kam gut über die Stangen. Dann ließ
Gerhard die Reiter der Reihe nach die weiteren Hindernisse
springen die etwas höher waren. Thorsten und Annika waren
zufrieden, und Gerhard auch. Mandy strahlte über das ganze
Gesicht, nachdem sie es geschafft hatte.
"Das reicht für heute. Für das erste Mal war es ganz ordentlich."
sagte Gerhard.
Fünf Minuten später führten die Teilnehmer der ersten Gruppe ihre
Pferde zum Stall zurück. Nachdem sie abgesattelt, den Pferden die
Beine mit dem Wasserschlauch abgespritzt und sie auf die Koppel
gebracht hatten, sahen sie sich noch den Rest der zweiten
Springstunde an. Die Reiter der zweiten Gruppe hatten schon etwas
mehr Springerfahrung als die der ersten und Gerhard ließ sie gegen
Ende der Stunde den ganzen Parcours springen. |