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Fred war gerade damit beschäftigt, Format zu putzen. Normalerweise kamen die Pferde, die gerade nicht geritten wurden, vormittags auf die Koppel, doch wegen des Regens mußten sie heute in ihren Boxen bleiben. Die meisten Pferde waren ohnehin beim Ausritt dabei, es waren nur fünf Schulpferde im Stall geblieben, darunter auch Format. Ein bißchen mühsam fand Fred die Putzerei mit einer Hand schon, aber es ging einigermaßen, nur die Hufe aus- kratzen konnte er nicht, weil man dazu einfach beide Hände brauchte. Zum Glück tat das angeknackste Handgelenk nicht mehr allzu weh.
"Kommst du, Fred?" rief Gerhard von der Stalltür her.
"Sofort." brüllte Fred zurück, legte die Bürste in die Putzkiste, brachte Format eilig in seine Box zurück und verließ den Stall. Gerhard wartete schon im Auto. Den Hänger hatte er auch dabei, denn falls er das Pferd kaufen sollte, konnte er es gleich mitnehmen und sparte sich dadurch eine weitere Fahrt.
Kaum war Fred eingestiegen, fuhr der Wagen auch schon an. Fred angelte nach dem Sicherheitsgurt. "Wir müssen uns etwas beeilen." erklärte Gerhard. "Ich habe zu den Leuten gesagt, daß wir um elf Uhr da wären." Fred sah auf die Uhr, es war viertel vor elf.
"Ich dachte, Dr. Mayer kommt mit?" fiel ihm dann ein.
"Wir treffen ihn dort, er hatte vorher noch einen Termin in dieser Richtung." erklärte Gerhard.
Nach knapp zehn Minuten erreichten sie den Reitstall, in dem der Wallach untergestellt war. Sie hielten auf dem Parkplatz neben der Reithalle, wo sie schon von Dr. Mayer und dem Besitzer des Pferdes, einem grauhaarigen Mann mittleren Alters, erwartet wurden. Der Tierarzt machte die Männer miteinander bekannt, dann gingen sie zum Stallgebäude. Der Stall, den sie betraten, war etwas dunkel und hatte rechts und links der Stallgasse lauter Innenboxen, die ziemlich klein waren. Unser Stall zuhause gefällt mir wesentlich besser, dachte Fred. Hier hätte er seinen Domingo nicht stehen haben wollen! Zwei Pfleger war gerade dabei, die vorderen Boxen auszumisten. Eine Fuchsstute stand in der Stallgasse angebunden und wurde von einem Mädchen geputzt.
"Das Pferd steht weiter hinten." informierte der Besitzer und ging die Stallgasse entlang bis zur zweitletzten Box auf der rechten Seite. Darin stand ein zierlicher, schwarzer Wallach. Kaum hatte sein Besitzer die Boxtür geöffnet, streckte er sofort den Kopf heraus. "Am besten führen wir ihn auf die Stallgasse." schlug Dr. Mayer vor und griff nach dem Halfter, das an der Außenseite der Boxtür hing.
Der Wallach ließ sich brav aufhalftern und herausführen.
"Halt ihn doch mal bitte." sagte der Tierarzt und drückte Fred den Führstrick in die Hand. Der Wallach begann sofort, an ihm herumzuschnuppern.
Fred betrachtete ihn. Ein hübsches Pferd, fand er. Es war etwas kleiner als Domingo, hatte aber sicher trotzdem über 1,60 m Stockmaß. Es hatte einen kleinen, edlen Kopf und große, lebhaft blickende Augen. Eine schmale, ganz gleichmäßige weiße Blesse zog sich von der Stirn bis knapp oberhalb der Nüstern. Der Hals war gut angesetzt und eher lang, er endete in einem hohen Widerrist, der in einen fast geraden Rücken überging. An den Hinterbeinen hatte das Pferd weiße Fesseln, ebenso war das rechte Vorderbein zur Hälfte weiß. Das linke Vorderbein war etwas angeschwollen. Dr. Mayer tastete die verletzte Sehne ab. Die Schwellung war in den zwei Tagen, seitdem er das erste Mal hier gewesen war, kaum zurückgegangen. Gerhard betrachtete das Pferd ebenfalls ausgiebig. Ihm gefiel es ebenfalls. Wenn das Bein wieder in Ordnung kam, würde es sicher ein gutes Schulpferd werden -  wenn.
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