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..Fortsetzung "Du spinnst,
Danny." Fred schüttelte fassungslos den Kopf. "Das kann wohl nicht
dein Ernst sein!"
Danny war enttäuscht. Mit so einer Reaktion hatte sie nicht
gerechnet! Schon bereute sie, Fred von ihrer Überlegung erzählt zu
haben, vielleicht den Schimmel zu kaufen. Die beiden waren gerade
dabei, die Sattelkammer etwas aufzuräumen, in der es nach dem
Ausritt am Morgen ziemlich chaotisch aussah. "Warum denn?" fragte
Danny jetzt und hob eine am Boden liegende Trense auf. "Schön,
beim Ausritt heute morgen hat er etwas gesponnen," redete sie dann
weiter, ohne Freds Antwort abzuwarten. "Normalerweise komme ich
aber mit ihm klar. Er springt sehr gut, mit ihm hätte ich auf
Turnieren bestimmt Erfolg."
"Hättest du nicht." widersprach Fred, während er mit einer Hand
versuchte, einen Sattel, der am falschen Platz gehangen hatte, auf
einen anderen Sattelbock zu hieven. "Das Pferd ist doch viel zu
temperamentvoll für dich. Überleg mal, jetzt wird er pro Tag
mindestens zwei bis drei Stunden geritten, da ist er einigermaßen
ausgelastet. Aber was glaubst du, was der macht, wenn er nur noch
eine Stunde am Tag geht? Der geht dir an der glatten Wand hoch-
blödes Ding." Das letztere galt dem Sattel, den Fred noch immer
nicht aufzuhängen geschafft hatte.
"Gib her." Danny nahm ihm den Sattel aus der Hand und hob ihn auf
den Bock. "Du übertreibst mal wieder total." stellte sie dann
fest.
"Hast du schon mit Gerhard darüber geredet?" erkundigte sich Fred
interessiert. Danny verneinte. "Mach das mal." schlug Fred vor.
"Ich kann nicht mit ihm reden, solange ich das Abzeichen nicht
habe." entgegnete Danny ungeduldig. "Schließlich bekomme ich nur
überhaupt nur dann ein Pferd."
"Gerhard ist sicher der gleichen Meinung wie ich." vermutete Fred.
"Vorrausgesetzt, es geht ihm nicht nur um´s Geld."
"Schon möglich. Wie ist eigentlich das neue Pferd?" Danny fand es
besser, das Thema zu wechseln.
"Ganz hübsch. Ein Rappe mit Blesse, sieben Jahre alt." berichtete
Fred. "Schau ihn dir doch mal an, er steht hinten im
Privatpferdestall. Soll ich dir zeigen wo?"
"Später. Erst räumen wir fertig auf." bestimmte Danny.
Allerdings ging ihnen das restliche Aufräumen schnell von der
Hand, denn Danny war neugierig geworden.
"Das Pferd hat sieben Halswirbel, achtzehn Rückenwirbel, sechs
Lendenwirbel, fünf Kreuzwirbel und achtzehn bis einundzwanzig
Schweifwirbel. Es hat acht echte und zehn falsche Rippen. Echte
sind die, die mit der Wirbelsäule und dem Brustbein verwachsen
sind, die falschen sind nur an der Wirbelsäule angewachsen."
betete Mandy herunter.
"Sehr gut, Annette." lobte Fred zufrieden. Die Clique hatte sich
im Zimmer der Jungen versammelt und es sich teils auf Stühlen,
teils auf dem Boden bequem gemacht. Da Fred selbst wegen seines
Handgelenks nicht an der Prüfung teilnehmen konnte, hatte er es
übernommen, die anderen in Theorie abzufragen. "Jetzt aber mal ein
anderes Thema. Anatomiefragen hatten wir nun genug ." bestimmte er
dann und blätterte weiter im Prüfungsbuch. "Was versteht man unter
Gewährsmängeln? Thorsten?"
"Darunter versteht man sechs Fehler, über die der Verkäufer eines
Pferdes den Käufer unterrichten muss. Wenn einer der Gewährsmängel
innerhalb vierzehn Tagen nach Kaufabschluß auftritt, hat der
Käufer das Recht, den Kauf rückgängig zu machen."
"Genau. Und welche Fehler gelten als Gewährsmängel, Silke?" fragte
Fred weiter. Silke begann aufzuzählen: "Koppen, Dämpfigkeit, Rotz,
Dummkoller, und ..... reicht das nicht?"
"Zwei fehlen noch." antwortete Fred nach einem Blick ins Buch.
"Kehlkopfpfeifen und Periodische Augenentzündung." fiel Annika
ein.
"Richtig." Fred blätterte weiter. "Wie hoch ist die
Körpertemperatur eines gesunden Pferdes? Danny?" "Zwischen 37,5
und 38,2 Grad Celsius."
"Stimmt. Ihr habt schon gut gelernt. Wie spät ist es eigentlich?"
Fred sah auf die Uhr. "Schon halb sechs vorbei! Dann muß ich mich
aber beeilen!" rief er erschrocken, warf das Buch auf den Tisch
und sprang auf. "Ich habe nämlich Gerhard versprochen, Marco noch
vor der Abendfütterung zu führen und danach sein Bein mit der
Salbe einzureiben." erklärte er den anderen während er nach seiner
Jacke griff. .
"Dann wird´s wirklich höchste Zeit." fand Fred. Es wurde nämlich
jeden Abend pünktlich um achtzehn Uhr gefüttert.
"Du sagst es." Fred zog sich die Jacke mit einigen
Schwierigkeiten, die durch den Gips verursacht wurden, über.
"Kommt jemand mit?" fragte er mit hoffnungsvollem Blick in die
Runde. Fred, der es sich inzwischen auf seinem Bett gemütlich
gemacht hatte, sah zum Fenster. Seit einer guten Stunde goss es
wieder in Strömen.
"Ist mir zu kalt und zu nass draußen." lehnte er deshalb ab. Auch
die anderen fanden, daß sie heute schon genug Regen abbekommen
hätten.
"Wirklich nett von euch." sagte Fred ärgerlich. "Wenn mir einer
helfen würde, ginge es viel schneller. Allein das Halfter anlegen
dauert eine Ewigkeit mit einer Hand."
"Na gut, ich komme mit." sagte Danny daraufhin gutmütig. Sie holte
ihr Regencape aus dem Zimmer der Mädchen und hängte es sich über,
dann rannten die beiden durch den Regen über den Hof in den
Privatpferdestall.
"Mistwetter!" schimpfte Fred und schüttelte den Kopf. In den paar
Sekunden hatte er tropfnasse Haare bekommen. Marco sah den
Ankömmlingen neugierig entgegen. "Hallo, Kleiner." begrüßte Danny
das Pferd. Sie nahm das Halfter von dem Metallhaken neben der
Boxtür herunter und legte es Marco an. Das Pferd ließ sich brav
aus der Box führen. "Vielleicht können wir mit ihm in die Halle
gehen, schauen wir doch mal, ob sie frei ist." schlug Fred vor.
Danny fand die Idee gut, denn auf einen Spaziergang im Freien
legte sie bei diesem Wetter auch keinen gesteigerten Wert. Sie
führten Marco zur Reithalle. Dort war zwar gerade
Longenunterricht, doch Fred bekam trotzdem die Erlaubnis, das
Pferd auf dem freien Zirkel zu führen. Marco trottete brav neben
ihm her.
"Soll ich ihn mal führen?" fragte Danny, die am Rand stand,
nachdem Fred einige Runden gegangen war.
"Wenn du willst." antwortete der Junge und ließ das Pferd
anhalten. Danny kam in die Mitte des Zirkels und Fred übergab ihr
den Führstrick. Marco lief ruhig weiter. Ab und zu stupste er sie
an, da er auf einen Leckerbissen hoffte. "Du kriegst nachher etwas
zu Fressen." versprach Danny. Nachdem das Pferd zehn Minuten lang
gegangen war, brachten sie es in den Stall zurück. Vor der Box
hielt Danny an und Fred holte die Dose mit der Salbe aus der
Sattelkammer. "Machst du mal auf?" Fred hielt Danny die Dose
entgegen. Sie hatte einen Schraubverschluss. Danny öffnete sie,
und hielt Marco fest, während Fred das Bein einrieb.
Er war kaum damit fertig, als auch schon ein Pfleger mit dem
Krafttutterwagen erschien. "Ist das ein timing, was, Danny?" sagte
Fred.
"Ja, gerade rechtzeitig." bestätigte das Mädchen, brachte das
Pferd in die Box und schob die Tür zu. "Danke für´ s Helfen."
sagte Fred und hängte das Halfter an den Haken zurück.
"Kein Problem. Meinst du, Gerhard hat etwas dagegen, wenn ich
Marco später noch putze?" Danny betrachtete das Pferd, welches
aufmerksam den herannahenden Futterwagen beobachtete.
"Glaube ich nicht. Aber frag ihn besser." antwortete Fred.
"Beeilung jetzt, wir müssen zum Abendessen." drängte er dann und
ging zur Tür. Danny folgte ihm, nicht ohne noch einen letzten
Blick auf Marco zu werfen, der gierig seinen Hafer fraß.
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