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Ausritt mit Hindernissen

Frühstück gab es heute erst unterwegs, deshalb ging jeder sofort in den Stall, nachdem er mit Waschen und Anziehen fertig war. Marianne erwartete sie bereits an der Stalltür. Sie, die Optimistin, fand das Wetter gar nicht so schlecht, denn heute würde es bestimmt nicht sehr heiß werden, was viel angenehmer für die Pferde war.
Punkt sieben saßen die Reiter auf ihren Pferden.  Nachdem alle nachgegurtet und gegebenenfalls die Steigbügellänge noch einmal korrigiert hatten, konnte es losgehen.
 Der Himmel war inzwischen noch etwas dunkler geworden, es windete, und ab und zu fielen schon vereinzelt ein paar Tropfen.
Die erste halbe Stunde wurde Schritt geritten weil der Feldweg asphaltiert war. Dannys Schimmel zackelte ab und zu etwas, da er das Tempo entschieden zu langsam fand. Die anderen Pferde gingen ruhig.
Als die Gruppe eine Waldstück erreichte, ging der geteerte Weg in einen weichen Sandweg über, so dass Marianne antraben ließ. Sie warf einen Blick zurück, alle Pferde trabten friedlich hintereinander her, nur der Schimmel schlug unruhig mit dem Kopf und war sichtlich nervös.
Nach einigen Minuten begegneten ihnen Spaziergänger und Marianne parierte ihr Pferd zum Schritt durch. Freundlich grüßend ritt die Gruppe an den Leuten vorbei.
Wenig später erreichten sie ein großes Stoppelfeld. "Wir galoppieren hier, aber bleibt bitte hintereinander." ordnete Marianne an. "Keiner überholt, es bleibt jeder auf seinem Platz, klar?" Marianne ließ Moni im Arbeitstempo angaloppieren, sah sich nach einigen Metern um- und bekam gerade noch mit, wie Dannys Pferd anfing zu buckeln. "Stopp!" rief Marianne laut und hielt Moni zurück, aber es war schon zu spät, Danny war bereits auf dem Stoppelfeld gelandet und der Schimmel galoppierte an Moni vorbei. Bis die Gruppe angehalten hatte, war Danny schon wieder auf den Beinen. Ihr Schimmel war ein gutes Stück von der Gruppe entfernt stehen geblieben, denn wenn die anderen Pferde nicht mehr mitgaloppierten machte es ihm auch keinen Spaß mehr. Danny ging langsam auf ihn zu, doch als sie sich ihm auf etwa fünf Meter genähert hatte, machte er kehrt und trabte in die entgegen gesetzte Richtung davon, wo er nach einigen Metern wieder stehen blieb. Danny war wütend, doch sie zwang sich, ganz ruhig auf das Pferd zuzugehen und freundlich mit ihm zu reden. Diesmal kam sie bis auf zwei Meter an ihn heran, als er wieder davon trabte. Das Spiel wiederholte sich noch einige Male.
"So hat das keinen Sinn." sagte Marianne schließlich. "Paß auf, Danny, wir reiten jetzt im Schritt los, ein Stück weiter vorne ist eine Wiese, auf der wir die Pferde schon öfters haben fressen lassen. Vielleicht bleibt er da eher stehen." Die Gruppe setzte sich in Bewegung, Danny ging nebenher. Als der Schimmel sah, daß die anderen Pferde sich entfernten, kam er eilig hinterher getrabt. Die wollten doch nicht ohne ihn weiter? Auf der Höhe von Mariannes Pferd fiel er ebenfalls in Schritt, doch er war zu weit entfernt, als dass Marianne hätte die Zügel greifen können.
Einige hundert Meter weiter erreichten sie schließlich die Wiese, wo sie die Pferde fressen ließen. Der Schimmel begann ebenfalls zu grasen, und zuckte nicht mit der Wimper, als Danny kurz darauf auf ihn zuging und die Zügel nahm. Der tut, als wenn gar nichts gewesen wäre, dachte Danny erbost. Sie saß wieder auf und es konnte weitergehen. Die weitere Strecke verlief ohne Zwischenfälle, allerdings wurde nur noch Schritt oder Trab geritten, was Marianne für klüger hielt. Kurz vor neun kamen sie am Wirtshaus an, das sich am Waldrand, etwas vom nächsten Ort abgelegen, befand. Inzwischen hatte es angefangen zu nieseln.
Die Pferde wurden abgesattelt und an Bäumen festgebunden. Als alle ihr Sattelzeug verstaut hatten, betraten die Reiter die Gaststube. Hier war es angenehm warm und die Reiter legten ihre feuchten Jacken und Pullover ab.
"Seht mal." sagte Annika, als wenig später alle am Tisch saßen, und deutete zum Fenster. Der Nieselregen hatte sich zu einem wahren Wolkenbruch entwickelt.
Nach gut eineinhalb Stunden, längst waren alle fertig mit frühstücken, ließ der Regen etwas nach.
Nachdem sich alle in ihre Regencapes eingepackt hatten, gingen sie die nassen Pferde satteln. Für den Rückweg hatte Marianne ursprünglich eine andere, längere Strecke vorgesehen, doch da sie jetzt ohnehin schon spät dran waren, entschloss sie sich, denselben Weg zurück zureiten. Der erste Teil des Weges führte durch den Wald, hier spürte man den Regen kaum, nur einige große Tropfen fielen von den Bäumen.  Die Gruppe hielt noch einmal an und Danny setzte sich an die Spitze, und siehe da, kaum war sie an Marianne vorbeigeritten, da klappte das Pferd die angelegten Ohren wieder nach vorne und ging viel ruhiger. Etwas später trabte die Gruppe an, auch das war kein Problem, der Schimmel ging zwar recht flott, aber ohne sich aufzuregen. Danny freute sich. Ohne dauernden Kampf machte der Ausritt entschieden mehr Spaß! Auch hatte es inzwischen zu regnen aufgehört, und einige Sonnenstrahlen kämpften sich durch die grauen Wolken. Der restliche Heimweg verlief ohne Zwischenfälle. Vor den Ställen angelangt saß die Gruppe ab.