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Der Ritt
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Man hat´s nicht leicht
"Jetzt komm schon! Wie kann man nur so faul sein!" schimpfte Danny
am nächsten Morgen mit ihrem Schimmel, den sie regelrecht aus der
Box ziehen mußte.
"Seit wann ist der denn faul?" fragte Mandy aus der Box gegenüber.
"Beim Reiten ist er es nicht, da rennt er meistens schneller als
er soll." antwortete Danny. "Aber jetzt muß er von seinem
Frühstück weg und das paßt ihm überhaupt nicht."
"Maike hat damit keine Probleme." stellte Mandy zufrieden fest,
während sie die Stute aus der Box führte. Das Pferd folgte ihr
willig.
Für den Donnerstagvormittag hatte Gerhard geplant, dieselbe
Dressuraufgabe zu üben, die auch beim Abzeichen geritten werden
mußte. Dazu hatte er die sieben Reiter in zwei Gruppen eingeteilt.
Für die Abzeichenprüfung war Abteilungsreiten vorgeschrieben,
wobei höchstens vier Reiter gleichzeitig in einer Abteilung reiten
durften.
Pünktlich um neun waren die sieben Reiter mit ihren Pferden in der
Halle. Fred und einige andere sahen bei der Reitstunde zu, doch
noch gab es nichts interessantes zu sehen denn die erste halbe
Stunde hielt der Reitlehrer normalen Unterricht.
"Jetzt üben wir die Aufgabe." sagte schließlich. "Danny, Thorsten,
Mandy und Annika bleiben hier, ihr anderen geht raus auf den
Dressurplatz und reitet im Schritt, bis ihr an der Reihe seid."
"Wir bilden eine Abteilung," ordnete Gerhard an, nachdem die
zweite Gruppe die Halle verlassen hatte. "Danny, du reitest vorne.
Dahinter Mandy, dann Thorsten und zum Schluß Annika." Die Reiter
ordneten sich entsprechend ein. "Ich lese euch jetzt die Aufgabe
vor." Gerhard blätterte in seinem Buch. "Paßt auf, es geht los:
Abteilung linke Hand, einreiten im Schritt." Die Pferde gingen
hintereinander auf dem Hufschlag. "Anfang links dreht, rechts
marschiert auf, marsch." Gleichzeitig wendeten die Reiter vom
Hufschlag ab und hielten nebeneinander in der Mitte der Bahn. "Der
Abstand zwischen Maike und Enzian ist zu eng. Mindestens drei
Schritte sollte er schon betragen." kritisierte der Reitlehrer.
Dann las er weiter: "Abteilung im Schritt anreiten, linksum
Marsch." Die Reiter bogen wieder auf den Hufschlag ab. "Abteilung
im Arbeitstempo antraben, leichttraben." war das nächste Kommando.
Dannys Schimmel legte sogleich ein flottes Tempo vor und innerhalb
von Sekunden hatte sich der Abstand zu Mandys Pferd verdreifacht.
"Langsamer, Danny." rief Gerhard, worauf das Mädchen sein Pferd
energisch zurückhielt.
"Durch die ganze Bahn wechseln! Annika, treib dein Pferd vorwärts,
der schläft ja fast ein!"
Annika machte ein verbissenes Gesicht und gab Lotse ordentlich
Schenkeldruck. Das Pferd war heute wirklich zu faul!
"Abteilung durchparieren zum Schritt, auf dem zweiten Hufschlag
geritten. Jetzt aber ganz energisch, Danny! Der muß jetzt
anhalten, ob er will oder nicht!" rief Gerhard, als er sah, daß
der Schimmel es nicht für nötig befand, auf Dannys Hilfen zu
reagieren. Alle anderen ritten schon längst im Schritt, als Danny
es endlich schaffte, ihr Pferd durchzuparieren. Sie hatte längst
festgestellt, daß der Schimmel in der Abteilung wesentlich
schwieriger zu reiten war, als einzeln. Gerhard gab das Kommando
zum Halten.
"Auf der Vorhand linksum kehrt, marsch." Die Vorhandwendung
klappte bei allen recht gut. Da die Pferde jetzt andersherum
standen, war nun Annika mit Lotse diejenige, die am Anfang der
Abteilung reiten mußte.
"Steigbügel überschlagen, Abteilung antraben." Nun mußte sich
Annika ziemlich anstrengen, denn Lotse lief nur ungern am Anfang
der Abteilung, und mußte deshalb noch mehr getrieben werden als
zuvor.
"Anfang aus der nächsten Ecke kehrt.- Danny halt etwas mehr
Abstand zum Vordermann, du hängst ihm ja gleich am Schweif!" Danny
bemühte sich verzweifelt, doch es gelang ihr nicht, den Abstand
auf die vorgeschriebene Pferdelänge zu vergrößern. Der Schimmel
schlug unruhig mit dem Kopf.
"Auf dem zweiten Hufschlag geritten, Mitte der langen Seite
durchparieren zum Schritt." Annika hatte im Gegensatz zu Danny
damit keine Probleme, Lotse war Schritt wesentlich lieber als
Trab.
"Der erste Reiter angaloppieren, ganze Bahn, hinten anschließen."
Annika gab Galopphilfen, worauf Lotse tatsächlich willig
angaloppierte. "Noch ein bißchen an Tempo zulegen." rief der
Reitlehrer. Annika trieb etwas mehr und Lotse wurde auch
schneller, doch sobald seine Reiterin mit Treiben nachließ
verlangsamte er das Tempo sofort.
... weiter
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